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100 Arten, sich eine Murmel einzuführen Mario für einen Kindergeburtstag buchen. Goldene Geschichten von Mario Ganick Lesetipp: Da mein Webserver auf einer Robotronemulation läuft und nur maximal vierfarbige, mäusefaustgroße Bilder darstellen kann, lohnt es sich oft, die Geschichten bunt illustriert auf den Satiremagazinen zyn oder OOHA anzusehen. Schmerzen müssen wieder weh tun --- Auf zyn Marios Knigge für Harthörige. --- Auf zyn (mit nackten Pferden) Die Schmutzigen, die Häßlichen oder lieber doch die Gemeinen? --- Auf zyn Technisches Hilfswerk für Grobmotoriker --- Auf zyn Deutsche Touristen --- Auf zyn Ladies in Latex --- Auf OOHA Gimme Five, Mr. Bush! --- Auf zyn --- Auf OOHA Verboten den Hund baden. --- Auf OOHA Bin Laden bei Kerner --- Auf OOHA Leben mit der Leitkultur II - Der Türke --- Auf OOHA Leben mit der Leitkultur I --- Auf OOHA Der deutsche Kriminalitätspreis Das Erbgut durchlüften --- Auf OOHA Bin ich zu dick? --- Auf OOHA Onkel Greenspans Bailout Service --- Auf OOHA |
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Das deutsche Gesundheitssystem, das mit seiner Mischung aus Ineffizenz, ärztlicher Willkür und Apparatefetischismus früher oft als eine gelungene Synthese aus Marx und Mengele gepriesen wurde, steht vor dem Abgrund. Selbst Ulla Schmidt, das Sozialputtel der Regierung Schröder, hat inzwischen erkannt, dass das gefühlte Reformdringlichometer auf Viertel nach recht spät steht. Nachdem die verschiedensten Sparprogramme, Positivlisten, Budgetbegrenzungen, Zuzahlungsregelungen wirkungslos verpufften und zuletzt auch die AOK-Kampagne "Wer kürzer lebt, ist länger tot" beim Patientenmaterial die Vorbehalte gegen kostenbewusstes Sofortableben nicht abbauen konnte, sah die Ministerin, dass die Zeit der warmen Worte vorbei ist. Während die Chef-Gonokke zusammen mit dem Unionsexperten Horst "Krankheit als Weg" Seehofer zur Beruhigung der Öffentlichkeit noch an einem scheinschwangeren Reformplazebo bastelte, hatte sie bereits eine under-cover-Kommission für die Restalinisierung des deutschen Gesundheitswesens eingesetzt. Die sogenannte Hurts-Kommission unter ihrem Sprecher Harry "Pain" Hurts hält nichts von "Bürgerversicherung, Kopfprämien und dem ganzen dünngepfiffenem Döntjes". Hurts peilt vielmehr eine "holistisch-inhumane Endlösung" des deutschen Gesundheitswesen "in der Tradition von Hippokrates, Paracelsus und Dr. Mabuse" an. Ihr Motto und Arbeitsauftrag "Schmerzen müssen wieder weh tun" lässt selbst Kenner der Reformdebatte zunächst aufhorchen. Laut Hurts werden in diesem Gremium alle Sparvorschläge von der Zusammenlegung von Leber und Milz bis zur Schließung des Magen-Darm-Traktes tabulos durchdiskutiert. Die Kommission tagt seit mehreren Monaten unter Ausschluß der Öffentlichkeit im Hotel Hasenschanze in Bad Hodbrennen. Die Vorortkräfte von ZYN, dem Ratgebermagazin der Sozialrentner und Kassenpatienten, haben sich in den Mineralbädern, Schwefelquellen und Kaligruben des Kurortes herumgedrückt und konnten einige der ersten durchgesickerten Vorschläge und praxisnahen Umsetzungsbeispiele aufschnappen. Das Potpourri der Perversionen kreist um drei zentrale Themen: Mehr Effizienz! Die Hurts-Kommision stellt auch weitere teure und zweifelhafte medizinische Verfahren in Frage. Was bringen z.B. langwierige und kostspielige Neurodermitis-, Akne- oder Krätzetherapien bei ohnehin unansehnlichen Mitgliedern unserer Gesellschaft? Kann man nicht einfach ein blickdichtes Tuch drüberwerfen und gut ist? Oder: Müssen in Herzschrittmacher immer die teuren Nickel-Titanium-Akkus eingebaut werden? Tun es nicht auch herkömmliche Zink-Kohle-Batterien? Tipp: Wenn Opa am Wochenende plötzlich stehenbleibt, einfach auf die Heizung legen, dann hat er noch genügend "Saft" bis Montag morgen der Elektrofachhandel wieder öffnet. Mehr Eigenverantwortung! Krankheiten in Griffweite wie z.B. eiternde Enddarmzysten kann sich jeder halbwegs gelenkige Patient mit Küchenmesser, Gummihandschuh und Taschenspiegel selbst entfernen. Bei kniffligeren Fällen wie der Lobotomierung tumorbefallener Hirnregionen enpfiehlt sich etwas Erfahrung mit Laubsägearbeiten in Weichholz. Expertentipp: Die wichtigsten persönlichen Daten, wie Geburtsdatum, Hobbies, Name der Gattin vorher auf einen kleinen Zettel notieren. Dann hat man - im Falle eines Falles - schneller alles wieder zusammen. Mehr Gemeinheit: Auch in der Euthanasie-Debatte nimmt Hurts eine erfrischend unkonventionelle Position ein: Er empfiehlt zur Entlastung der Sozialkassen die kostenlose Verteilung von Heimbau-Sterbehilfe-Sets. Diese Apparate nehmen weniger Platz weg als eine Kühltruhe. In ihnen lassen sich bis zu zwei demente oder gesundheitlich angeschlagene Vorfahren pro Tag geldbeutelschonend und rückstandsfrei wegkremieren. Und wenn das Gerät schon mal vorgeheizt ist, dann liegt es nahe, darüber nachzudenken, ob man bei dieser Gelegenheit nicht gleich noch von schmutzigen Gartenmöbeln, kranken Haustieren oder lernschwachem Nachwuchs trennt. Wie jeder sehen kann, bietet auch das Gesundheitssystem von Morgen allen eine Zukunft. Für manche eine längere, für andere eine kürzere. In diesem Sinne wollen wir allen unseren privatversicherten Lesern noch einen erbaulichen Sinnspruch als spirituelle Wegzehrung mitgeben: Das Glück ist wie ein Stern, Unseren lieben Zwangskassenpatienten können wir ohne Zuzahlung leider nur den kürzesten Sparwitz der Welt anbieten: Kommt 'ne Frau beim Arzt. |
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Liebe Teilnehmer, Sicherlich, die absoluten Basics sind Euch allen geläufig: Ihr kennt beispielsweise die goldene Regel, nach der man nicht mit dem selben Finger, mit dem man sich gerade im Hämorrhoidialbereich gerieben hat, anderen Leuten in der Nase bohrt. Aber bei etwas tiefergehenden Problemstellungen steht Ihr hilflos da wie Rumpelstilzchen vor dem geschlossenen Garagentor. Täglich erreichen mich Hunderte von Zuschriften zu Fragen aus der Welt des Taktes: Mario, wie benutzt man eine Krawatte? Mario, warum darf man seinen Ellenbogen nicht in den Teller des Tischnachbarn stützen? Mario, wie funktioniert eigentlich eine Frau? Zusammen mit dem Freiherrn Adolph von Knigge, der bereits eine Reihe von imposanten Pyrrhus-Siegen bei dem Versuch erzielt hat, das schlechte Benehmen des Deutschen in das Prokrustesbett der Etikette zu zwängen, möchte ich Euch deshalb eine kleine Führung über das schlüpfrige Parkett des guten Tons angedeihen lassen. Essen, Trinken, Koksen Wer möchte das nicht: In einem vornehmen Restaurant essen, eine Cocktailparty besuchen, ohne gleich aufzufallen wie ein Hai in der Hechtklößchensuppe. Hier die wichtigsten Tipps für das gesellschaftliche Überleben: Das viele Besteck um den Teller bei mehrgängigen Diners nimmt man im Uhrzeigersinn weg, wenn's nicht mehr reicht, einfach am Nebentisch bedienen. Dackelherzen, Dorschhirn, Dänenhoden und anderes weißes Fleisch isst man mit dem Tranchierbesteck, dazu wird Eierlikör und Krautsalat gereicht. Ein Hinweis für die leidige Trinkgeldbemessungsfrage - eigentlich ist es ja ganz einfach: Das Trinkgeld beträgt 10% der Breite des falschen Lächelns der Kellnerin in Euro multipliziert mit ihrer Körbchengröße und abzüglich der Anzahl der Bestellungen, die sie vergessen hat. Gespräche mit Fremden auf Parties beginnt man niemals mit den sogenannten N-Themen wie Nierenkrebs, Nekrophilie, Nahtod oder Nacktkochen. Das Ansprechen dieser Sujets wird oft als etwas direkt oder grob empfunden. Man wähle dagegen lieber die unverfänglichen A-Themen: Abendgarderobe, Arbeitslosigkeit, Atheismus, Atomkraft oder Ariertum. Koksenthusiasten laden andere Gäste nicht auf "eine Runde Koks rüsseln" ein, sondern bezeichnen den Vorgang eher als "eine Erfrischung zu sich nehmen". Die Line mit der Amex-Platin Card auf einen Glastisch zu ziehen, wird als neureich empfunden, man macht das eigentlich seit 1988 nicht mehr so. Kenner kippen ihren Schnee auf ein Exemplar der örtlichen Obdachlosenzeitung und ziehen es mit einer Dauerkarte des nächsten Guggenheim-Museums gerade. Damit demonstriert man, dass Connaissement, soziales Engagement und schlechter Geschmack durchaus keine Gegensätze sein müssen. Körperpflege und Kleidung: Viele meiner Leser pflegen ihren "kerligen" Geruch, eine feine Melange aus Rauch, Schweiß, Alkohol und Exkrementen. Die Sauberhubers unter Euch treiben sich vielleicht abends und morgens mal mit einem schmutzigen Einsteckkamm die Parasiten aus dem Haarfilz. Damit hat sich aber dann bereits das kurzatmige Lippenbekenntnis gegenüber den Erfordernissen der Körperpflege. Der Rest der Welt ist in diesem Bereich schon wesentlich weiter: Sich mal waschen, rasieren oder sogar die Zähne putzen - alles Dinge, die Willy Brandt noch als "Schwuchtelkram" bezeichnet hat - sind deshalb heute zunehmend en vogue. Ein wichtiger Anstoß hierfür war wieder mal die Frauenforschung, die nachgewiesen hat, dass extrem ungepflegte und schlecht riechende Männer oft Schwierigkeiten haben, eine Partnerin zu finden. Deshalb mein Tipp: Zahnbürste und Seife kaufen und einfach mal bißchen mit rumspielen, da kann im Prinzip nichts Schlimmes passieren. T-Shirts mit Aufdrucken wie "Schade, dass man Bier nicht ficken kann." oder "Tötet Onkel Dittmayer!" trägt man nicht zu kirchlichen Hochfesten. Das ist Euch allen bekannt. Aber wer weiß schon, daß man weiße Baumwollsocken eigentlich nur zu Bequemsandaletten in rentnerbeige anziehen kann? Hier die wichtigsten Outfit-Richtlinien für die kommende Saison: Lodenhemden und hochhackige Schuhe mit Echsenapplikationen wirken zwar sehr sachlich, manchmal aber etwas kalt. Eine etwas wärmere Note läßt sich mit abgefressenen Fingernägeln und einem breigelben Einstecktuch erzielen. Menschen mit unreiner Haut oder einer schwärenden Neurodermitis können mit taillierten Noppensakkos, Riemchenschuhen und einem fleischfarbenen Hörgerät noch Akzente setzen. Kenner tragen dazu einen dezent blondierten Minipli. Ein offener Hosenlatz strahlt Autorität aus. Kombinieren sie diesen doch mal mit einer Herrenhandtasche, einem schmalen Lederschlipps und Schweißflecken unter den Achseln. Vom Umgang mit Frauen Eine Methode, einer Dame seine Zuneigung zu verdeutlichen, die sicher alle meine Leser kennen, besteht darin, sie an den Haaren zu packen, auf den Boden zu schleudern und versuchen reinzugehen, bevor sie ihr Bewußtsein wiedererlangt. Wenige wissen jedoch, dass es neben dieser Herangehensweise (im Fachjargon "Mies van der Rohe" genannt) noch eine Vielzahl anderer Möglichkeiten gibt, schöne Stunden der Zweisamkeit mit einer Frau einzuleiten. Wir halten uns auch hier wieder an den Freiherrn und flüstern ihr angenehm gesellschaftliche Subtilitäten ins Ohr, bis ihre Gänsehaut anfängt zu knistern. Aber was flüstert man da so, Mario? Auf keinen Fall Tiernamen oder die übliche Konversation am Bohrloch! Ich z.B. habe für den Fall der Fälle immer ein paar Seiten aus der Zeitschrift "Lettre" oder dem "Großen Blumfeld Songbook" neben meinem King Size Wasserbett liegen. Davon einige Passagen ins Ohr der Dame gehaucht und sie versinkt in den wohligen Zustand zwischen Ohnmacht, Vorfreude und erbitterter Langeweile. Etwas schlichter gestrickten Fräuleins darf man auch einfach ein paar Seiten des Telefonbuchs von Bologna in die Hörmuschel nuscheln und die folgende erotische Übung fühlt sich für sie an wie Sex on the Beach mit Leonardo di Caprio. Zuguterletzt verwenden Gentlemen, wenn die Sprache auf die schönste Nebensache der Welt kommt, keine Textilreinigungs- oder Tierhaltungterminologie wie etwa "feste striegeln", "hart durchbürsteln" oder "richtig ausklopfen", sondern eher schwiemelige, umschreibende Begriffe wie z.B. "die schönste Nebensache der Welt". Verhalten gegenüber höher gestellten Personen Hehre Worte, aber wenn Ihr heute zum Abendessen beim Chef eingeladen seid, hilft Euch das auch nicht über die Bouillabaisse. Hier kurz die absoluten Basics für die Einladung: In Gegenwart des Chefs rückt man seinen Baumelbert nicht zurecht. Man rückt in solchen Situation übrigens auch anderen Jungs den Baumelbert nicht zurecht. Auf den Fußboden zu spucken oder zu schneuzen, aber auch Wasser gegen Zimmerpflanzen abzuschlagen, wird oftmals als arrogant und unsensibel empfunden. Werden während des Dinners beim Chef fremdartige ekelerregende Speisen wie Austern, Schnecken oder Gemüse serviert, trotzdem unbedingt essen, alles andere wäre äußerst unhöflich. Sollte man es nicht herunterbekommen, ein kleiner Trick vom Profi: Die Speisen mit einem vernehmlichen "Mhm, mjammi." zum Mund führen und zunächst in der Backentasche speichern. Dann wie aus Versehen die Serviette fallen lassen, sich nach ihr bücken und die Ekelpaketchen schnell in die Hand speien. Nun versucht man den Rest des Abends, den eingespeichelten Klumpen unauffällig an unter dem Tisch rumwuselnde Haustiere oder Kleinkinder zu verfüttern. Wie jetzt? Ich bin mir bewußt, das meine Ausführungen notwendigerweise unvollständig bleiben mußten und nur den Rand des riesigen Eisbergs Benehmen gestreift haben: |
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Jippie, es ist wieder Bundestagswahl! Unsere Lieblingsparteien präsentieren uns auch dieses Mal Programme und Personen, mit denen anständige Leute nicht mal ihre Sanitärräume ausreiben würden. Vielen Erstwählern ist ja leider nicht bewußt, daß sie ihr Kreuz nicht einfach bei "Weiß nicht" oder "Nö, laßt ma stecken, Jungs" machen können, sondern daß mindestens eine der dargereichten Hackfressen auch nach Berlin geschubst werden muß. Damit es in der Wahlkabine nicht zu einem bösen Erwachen kommt, stellen wir hier die Besten der Besten, die Topp-Viereinhalb in Deutschlands Parteienchart mit Vorder- und Rückseite vor: Die SPD Ich erinnere mich noch gut an den Anfang seiner Wirtschaftskompetenzbolzenkarriere: Schröder guckte stolz wie ein Kater beim Kacken, als er zum ersten Mal von den Titanen der deutschen Wirtschaft auf ihre Candlelight-Dinners mit Zigarre und bisschen Anfassen eingeladen wurde. Dennoch hat er auf dem langen zweiten Bildungsweg durch die Institutionen nie seine Herkunft aus kleinen und kleinsten Verhältnissen vergessen: Als Kanzler blies er bankrotten Industrieunternehmen wie Holzmann, in die keine Bank mit einem letzten Funken Selbsterhaltungstrieb in der quergestreiften Hirnmuskulatur noch etwas reinstecken wollte, weichen Herzens hartes Geld in den Arsch. Wegen der armen Arbeitsplätze. Zwei Jahre später ging Holzmann dann um so rauschender den bereits gebuchten Bach runter. Macht nix, pantha rhei, Mr. Schroder, oft zählt ja einfach der gute Wille. Wenn ich mir dann noch ansehe, was Gerd so in seinem Kabinett versammelt hat, biegt es mir die Zehennägel in Habachtstellung. Edelgard Bulmahn und Ulla Schmidt beispielsweise. So Zeug bekomme ich bei meinem Metzger auch immer als Dreingabe nach größeren Einkäufen mit dazu. Ich gebe es im Gegensatz zu Gerd einfach meinem Hund. Riester holt man sich dagegen nur beim Baden in verschmutzten Gewässern oder durch ungeschützten Sex auf der Bahnhofstoilette. Mir völlig unerklärlich, wie so was in die Regierung kommt. Dass man den Krempel nicht in die Wertstoffsammlung geben kann, ist doch noch lang kein Grund, ihn als Minister einzustellen. Die Bilanz der Bande sieht dann konsequenterweise auch dermaßen erbärmlich aus, dass es aufrechten Patrioten wie mir Pipi in die Augen treibt. Wir sind eigentlich in allen Disziplinen, von Wachstum über Verschuldung bis zur Bildung in Europa unter den Letzten. Hätte Gerd noch eine Verschlusskappe Selbstachtung in sich, würde er in einer derart verfahrenen Situation einfach wie frühere Kanzler sagen: "Wißt ihr was, Jungs? Ich stürz mich mal eben ins Schwert! Meine Freundin und meinen Schäferhund könnt Ihr einfach verbrennen. Bis denne!". Die Grünen Eine Sache, die die Freunde umgesetzt haben, fällt mir doch noch ein: Sie haben den Atomausstieg geschafft. In 35 bis 40 Jahren wird das letzte AKW abgeschaltet. Neulich habe ich dieses Thema mit meinem Heilpraktiker diskutiert: Er meint, wenn ich auf Filterzigaretten umsteige und das Trinken stark runterfahre, habe ich durchaus eine Chance, diesen Tag noch zu erleben, ich bin ja erst 33. Das ist doch Politik zum Anfassen, die auch einfach spürbar ist. Die PDS Die Union Auch sein Kompetenzteam kann nur überzeugen: Viele schön nachgereifte Expolitiker von der Streuobstwiese. Lothar Späth als Wirtschaftsexperte, der unkaputtbare Seehofer wieder als Bundesgesundheitsschluri und Wolfgang Schäuble für alles, was man im Sitzen erledigen kann. Das Team macht natürlich bisschen den Eindruck, als hätte da jemand mit Leichenteilen rumgebastelt. Sehr gut gefällt mir auch Stoibers Kumpel Beckstein. Unser zukünftiger Innenminister. Es ist noch ungeklärt, wo Stoiber das her hat. Wegmachen kann man es laut "Hexenhammer" jedenfalls nur, in dem man es ins Tageslicht lockt und ihm einem Holzpflock durchs Herz schlägt. Bei mir verfestigt sich der Eindruck, daß Stoiber selbst auch ein Zombie ist. Ich glaube, er hat es versehentlich sogar mal in einer nächtlichen Talkshowrunde zugegeben. "Huch!" dachte ich noch, aber wie das so ist in unserer modernen Mediengesellschaft, den Zuschauer schockt ja nichts mehr. Mein Lieblings-Feature an Stoiber ist aber, daß er vorher nicht sagt, was er nachher tun will. Er würde sein Programm selbst unter Folter nicht verraten. Ich bin ein großer Fan von Coppa Sorpresa, dem dicken Überraschungsbecher beim Eisdieler um die Ecke, bei dem der Magen weinend die weiße Fahne schwenkt und die Kreditkarte zerbröselt. Stoibers Kernaussage ist: Ja, was die Regierung so gemacht hat, war Quatsch, wir werden deshalb wahrscheinlich nichts dran ändern, vielleicht ein paar fiese Nicklichkeiten hinzufügen, die euch das Leben hier zur Hölle machen, da fällt uns sicher noch was ein, schaumaramoi, dannsengmasscho. Letzlich ist Stoibers Programm aber auch seine Privatsache und geht uns nichts an. Er hat ganz recht, wenn er uns Stephan Struck zitierend beruhigt:
Die Zukunft kommt ganz ungeniert, Die FDP Aber Augen zu, Schwamm drüber und Hosen auf halbmast: Prinzipiell finde ich Old-School-Hard-Core-Liberalismus eine feine Sache. Zu meiner Vorstellung universeller Gerechtigkeit und absoluten Glücks gehört es, die hiesigen staatlichen und parastaatlichen Institutionen vom Arbeitsamt bis zur ZVS inklusive Belegschaft und Zimmergrün in einen großen Sack zu packen, feste durch den Mähdrescher zu schicken und danach einem neuen produktiverem Dasein als Kleintiereinstreu zuzuführen. Ein mittelgroßer Haken an der FDP ist leider, dass sie uns vor der Wahl immer ein derartiges Bürokratie-Tuning mit schwerem land- und forstwirtschaftlichem Gerät verspricht, um nach erfolgter Stimmabgabe kleinlaut mit einem streng riechenden, aber umso strammeren Rechten für die nächsten 400 Jahre in einer stagnativen Terrorkoalition zu verschwinden. Und jetzt? Cool bleiben und nicht in die Urne aschen. Ich hingegen sage mir locker: Null Problemo, ich bin auch diesmal dabei, ich rückgratloses Arsch. Mein Tipp an alle Schlauberger: Macht es so wie ich: Hingehen, irgendwas wählen, aber währenddessen die Finger der anderen Hand hinterm Rücken kreuzen. Dann ist die Stimme nämlich ungültig und die Parteien bekommen keine Wahlkampfkostenerstattung. Alle guten Geschichten --- Mit Mario den Gerhard Schröder tanzen |
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Scharpings Demission war sicherlich ein gutplatzierter Befreiungsschlag mitten in eine der dümmsten Hackfressen der Republik. Leider hackte sie dem Schmutzberg Bundeswehr nur das faulige Haupt ab, obwohl doch jede Hausfrau weiß, daß die Fischsuppe von der Einlage her stinkt. Hier, in den Tiefen der Brühe, muß die Reform ansetzen, hier muß zunächst schonungslos analysiert und dann beinhart umgerührt werden. Unser Militär-Reporter Mario Ganick bekam dankenswerterweise die unfreiwillige Gelegenheit, auf einer Zugfahrt von Hamburg nach Berlin größere Kontigente der Bundeswehr zu inspizieren. Die Lösungvorschläge des selbsternannten Möchtegern-Clausewitz fielen durchweg vernichtend aus. Aber lesen Sie ruhig wieder selbst: Tief ausatmend lasse ich mich in die flauschigen, spätachtzigerfarbenen Sessel des Freitagnachmittag-IC "Kurt und Paola Felix" flatschen und packe mein kernliberales Wochenblatt aus. Neben mir sitzt ein ruhiger Geheimratseckenträger, der sich in "Paulus Briefe an die Römer - Erläutert von Adolf Pohl" vertieft hat. Ich zwinkere dem nach Nivea-Creme riechenden Mann Gottes milde zu. Während ich mir gerade einen fanatisch ausgewogenen Beitrag einer Dönhoff-Reinkarnation über die neue Rolle Deutschlands in der Welt zu Gemüte führen will, beziehen zwei junge Menschen auf den Sitzen hinter uns Stellung. Leicht agrammatisch, aber immer schön hart und gehetzt fangen sie an, miteinander zu kommunizieren. Die Sätze ihrer Unterhaltung beginnen und enden meist mit "Alter" dazwischen wurden aufgeregt Belanglosigkeiten an den Mann gebracht, wie als der "Sani" zuviel getrunken hat oder der Unteroffizier gesagt hat "mir platzt gleich der Arsch". "Aye aye, Sir", dachte ich mitfühlend, sicherlich gehören diese jungen Menschen zu den mental etwas leichter Beschickten. Aber schön, daß sie bei der Bundeswehr gelandet sind. Dort finden sie bestimmt ihr Auskommen und einen Job mit viel Kameradschaft und frischer Luft. Neuerdings treiben sich da ja auch pummelige Frauen rum, wenn man mal was zum Ehelichen braucht. Alora Jungs, alles in allem, gute Wahl getroffen! Ich nickte mir selbst freundschaftlich für soviel Bonhommie zu und vertiefte mich wieder in mein ultraliberales Wochenblatt. Kurz darauf startete Musik. An einer Vierersitzgruppe schräg gegenüber vor mir sind weitere Bundis auf Gefechtsstation gegangen und haben kleine Boxen auf das Tischchen gestellt, die voll aufgedreht wurden. "Die Jugend nimmt sich ihr Recht" dachte ich anerkennend. Sicherlich kann man langatmige Rezensionen politischer Bücher viel beschwingter bei Scooter und anderen preiswert klingenden Technokünstlern durcharbeiten, redete ich mir gut zu und krampfte mich lässig wieder in meine Zeitung rein. Die Jungs hinter mir begannen nun langsam, aber konzertiert, ihren Restintellekt durch Nachstoßen größerer Mengen von Holsten auf das Niveau ihrer Seesäcke herunterzuprügeln. Ab Wittenberge konnten sie nur noch in Satzfragmenten kommunizieren. Es ging wohl um ein Manöver: "Alter, wir zu sechst. Der Hügel hier. Alter, wir also den Hügel gehalten, weeßte, ..." Es begann etwas zu nerven. Ich setzte ein gefrorenes Grinsen auf und versuchte weiter zu lesen. Nichts gegen die Bundeswehr, tolle Sache, viel frische Luft, wie gesagt, aber dass die Freunde aufgrund des Debilenbonus der deutschen Bahn zum kostenlosen IC-fahren ermächtigt sind, stört doch ein wenig. Könnte man die Jungs nicht auch in Regionalexpressen durch die Gegend schaukeln? Besaufen kann man sich doch genauso bei 45 km/h. Auf der anderen Gangseite saßen auch Bundis, aber eher von der ruhigeren Fraktion, wahrscheinlich Gebirgsjäger oder Minenhunde oder sowas, die schweigsam eine in Mineralwasserflaschen umgefüllte bräunliche Flüssigkeit (Cola, Mezzomix, Bratensoße?) in sich hineinliterten. Einer davon mit einer imposanten Neurodermitis im Gesicht irritierte mich etwas, weil er nicht richtig runterschluckte, sondern immer ein kleines mit Speichel vermengtes Quentchen braunen Saftes nach dem Absetzen über die Lippen den Hals hinab laufen ließ. Es wirkte wie absichtlich, weil er das bei jedem Zug machte: Vielleicht eine spezielle Trinktechnik gegen seine Neurodermitis? Zur Mosquitoabwehr im Felde? Oder um nicht vergewaltigt zu werden, wenn man in russische Kriegsgefangenheit geriet? Sah jedenfalls mächtig eklig aus. Viele scharfsinnige linke Publizisten halten die Bundeswehr ja für ein Werkzeug wiedergeborener Imperialismusambitionen Deutschlands. Die Kollegen von der Schlaubergerdivision glauben, daß die "hidden agenda" der Bundeswehr ist, irgendwo einzumarschieren und andere Völker zu knechten und zu unterdrücken. Hihi, möchte ich da mit einem Blick auf den Speichelhermann neben mir vorsichtig anmerken. Das einzige, was der Bundeswehrsoldat an guten Tagen unterdrücken kann, ist der Harndrang, solange die Hose noch an ist. Also, an dieser Front darf man die Bundeswehr sicher auch mal verteidigen: Entwarnung für unsere armen Mitkollegen im Ausland. Der Panzer mit dem eisernen Kreuz wird auch morgen nicht durch Eure Basthütten rollen. Die Bundis hinter uns waren wieder im Manöver und ahmten jetzt einen Leo zwo nach. Richtig wie kleine Kinder. "Alter, also wir jetze hier. Der Panzer. Wroom. Wroohoom. Weeßte, kommt hier nicht hoch, gräbt sich voll ein, wroomwroom, wroooaamm, wrooaam, Alter." Der Pastor und ich, wir lächelten uns schon nicht mehr so milde zu. Eher als hätten wir auf etwas verdammt Zartbitteres mit viel Blausäure gebissen. Ich bin ja, ich hatte das schon mal angemerkt, bekennender Pazifist. Ich habe Zivi gemacht und während meines Dienstes Spritzen gegeben, Operationen vorbereitet, Todkranken Trost zugesprochen und in offene Wunden gehustet. Ich bin sicherlich der Letzte, der jetzt hier rumkriegstreibern will. Wirklich. Aber mal rein aus Effizienzgesichtspunkten: Wir haben mit Zins und Zinseszins seit 1955 insgesamt ca. 800 Milliarden Euro in die Bundeswehr gesteckt. Da könnte man doch erwarten, daß die Bundis uns in den fast 40 Jahren Ihres Bestehens mal was Lustiges dazuerobern, vielleicht sogar - ein Vorschlag von mir - etwas mit Strand. Deutschland ist doch geradezu umzingelt von prächtigen Urlaubsländern. Und was machen die Kollegen Soldaten: Juckeln mit dem Zug durch die Republik und geben sich die Kante. Wenn mein Hund einen derart müden Jagdtrieb zeigen würde - sorry, dass ich das so deutlich sage muss - ich würde das arme Kerlchen einschläfern lassen. Die für die Todesspritze Nominierten dachten allerdings ganz und gar nicht ans Sterben: Unsere Freunde hinter uns begannen langsam mit geschüttelten Bierdosen Trinkspiele zu veranstalten. Der Pastor und ich mußten nicht lange außen vor bleiben, sondern wurden schnell und unbürokratisch auf eine angenehm ekelerregende Art durch zu uns vorspritzende Gischt miteinbezogen. Der Kleriker hatte sein jesusartiges Lämmchenlächeln inzwischen abgelegt und sah nun eher aus wie Salomon, kurz bevor er den Philistern die Stadt zu Schutt und Asche trompetete. Ich beschloß, den Ort des feuchten Grauens vorübergehend zu verlassen und erstmal eine richtig feudale Abspannrunde auf der Zugtoilette einzulegen. Ich mußte über und durch einige auf den Gang herumliegende Soldaten steigen, die mich klug und aufmerksam wie tote Kühe anglotzten, um die Naßzelle zu erreichen. Es war nicht exakt das, was ich suchte: Die Bundis hatten die Toilette komplett unter Wasser, Bier und Urin gesetzt. Sie hatten offensichtlich eine verdammte Party da drin gefeiert. In der Soße schwamm als Flaggschiff inmitten eines Begleitkonvois von Kippen eine etwas längere Herrenunterhose. Das gab mir erstmal den Rest. Was bitteschön muß verfickt noch mal passieren, dass ich meinen Slip auf der Fahrt von Hamburg nach Berlin verliere? Die Fahrt geht gerade mal zwei Stunden. Da kann es doch auch ein Mensch mit hart zusammengetretenem Intellekt irgendwie managen, mit kompletter Unterwäsche anzukommen. Ich beschloß, die Naßzellensession zu verschieben und begab mich auf den Rückzug zum Pfarrer. Dort begann ich unter Einschlägen von Bierschaumgarben, Lösungen für unser Problem zu überlegen. Der Pfarrer machte mir durch ein Schützengrabenkameradengrinsen klar, daß er im Geiste mitüberlegte. Man muß die Bundeswehrreform eigentlich ähnlich radikal wie beim Vorgängerverein angehen, dachten wir: Die Wehrmacht hat sich ja bekanntlich nach einer Reihe von in den Sand gesetzten Weltkriegen und hastigen Trainerwechseln mehr oder weniger freiwillig selbst aufgelöst. Vielleicht sollte die zu einer Mischung von FDJ, Aktion Sorgenkind und technischem Hilfswerk für Grobmotoriker verkommenen heutigen Streitkräfte auch einen derartigen Abgang mit saftigem Plopp anstreben. Jeder sagt doch immer: Bevor ich so als ein geistesbehinderter sabbernder Krüppel ende, würde ich mich lieber umbringen. Die Bundeswehr könnte es jetzt langsam mal tun: Einen verlorenen Krieg gegen Polen fände ich zum Beispiel super. Ich würde den Schnauzkis im Zuge des darauf folgenden Schanddiktates auch Sachsen-Anhalt und Westberlin dafür abtreten. Die Kriegswende für die Polen brächte aber zunächst eine riesige winterliche Panzerschlacht ("wroomwroom") in der Nähe von Lublin, nach der Millionen gefangener deutscher Soldaten ohne Unterhosen durch den Schnee Ostpolens getrieben werden. Yeah. Dann wäre erstmal zehn Jahre wieder Ruhe im Karton. Bis zur nächsten Wiederbewaffnung. Naja, irgendwann kamen wir dann am Zoo an und ich bin - dem Pfarrer noch kurz Mut zunickend - ausgestiegen. Als ich später auf dem Balkon mit einem Glas Brause der Sonne beim Runterkommen zusah, war es dann rückblickend doch alles nicht so schlimm. Ich will ja auch eigentlich nicht dauernd besserwisserisch über fremde Menschen schimpfen, aber eins muß doch mal gesagt werden dürfen: Wir sind alle aus dem Material längst verglühter Sterne gemacht, da kann man doch die kurzen 70 Jahren, die man hier vor Ort ist, auch bißchen ambitionierter angehen. Aus diesem Leben läßt sich definitiv mehr rauspressen als Durchsaufen und Rumdämmern, liebe Freundinnen und Freunde. Ab und an kann man auch mal stolz und erhaben funkeln. Das ist ja wohl das mindeste, was wir den verglühten Sternen schulden, was? |
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Viele haben es bereits an der schneidenden Kälte und dem nicht nachlassenden Dauerregen gemerkt: Es ist wieder Sommer in Deutschland, die Feriensaison beginnt. Bald fallen die liebenswürdig verschwitzten Trampeltiere aus Teutonien wie jedes Jahr plan- und ziellos in den Süden ein. Ein Wermutstropfen trübt jedoch die Freude am Schierlingsbecher des Urlaubsglückes: Das Ansehen des deutschen Touristen im Ausland wird immer schlechter. Gerade bei unseren südlichen Nachbarn werden die Gäste aus Deutschland inzwischen wahlweise als "Pest mit Bierbauch" (Corriere della Sera), "schwitzende Müllschlucker" (El Pais) oder sogar als "fieseste Ausgeburt der Hölle seit Erfindung des Belgiers" ("El Sendero Luminoso") bezeichnet. Für die service-orientierten Reporter der zyn-Reisebeilage war es deshalb eine selbstverständliche Pflicht, dem Grund und Wahrheitsgehalt derartiger Vorwürfe nachzuspüren. Stimmt das wirklich? Ist der deutsche Urlauber so schlimm? Wie Sie sich sicher gedacht haben, kann die Antwort natürlich nur ein klares Ja sein. Wir haben daraufhin die einzelnen Facetten des Grauens näher beleuchtet und eine Typologie des deutschen Touristen erstellt. Hier stellen wir einige der schönsten Exemplare vor, die uns auf den sechs Kontinenten vor den Jeep gelaufen sind: Der kleine Blockwart Viele Urlaubsländer sind ihm noch von früheren Abstechern zwischen 39 und 45 bekannt. "Hat sich ja kaum was verändert." urteilt er kennerhaft bei einem ersten Wiederbesuch nach fünfzig Jahren. Obwohl Rommel Tourism heutzutage von der etwas weniger militanten TUI abgelöst wurden, bleibt der Blockwart knallhart in Auftreten und Vorgehensweise. Bei der Ankunft werden die Hotelzimmer zunächst gestapogenau auf Staub und Schmutzreste untersucht. Evtl. gefundene Spuren oder Corpi Delicti werden in kleine sterile Plastiksäckchen abgefüllt. "Sie werden lachen, aber so ein benutztes Kondom unterm Bett, das sind schon mal 10% Abzug vom Reisepreis." weiß der durch unzählige Folgen von "Richterin Barbara Salesch" durchgebildete Blockwart zu berichten. Abends werden die Hotelflure durch regelmäßige Kontrollgänge überwacht. "Warme Brüder und Krüppel in unserem Hotel, das stand nicht im Katalog". Mit glänzenden Augen notiert er "Mehrfach 175er und Versehrte in den Fluren angetroffen." Er gibt sich unnachgiebig: "Fehlt nur noch, dass sich hier Juden oder Polacken einnisten. Das werde ich alles bei der Reichstourismuskammer melden. Das gibt nochmal satte 5% Abzug vom Reisepreis". Durch das Aufstellen einer detaillierten Mängelliste schafft er es oftmals, den Reisepreis nachträglich um 70%-120% zu drücken. Was den Blockwart aber immer wieder am meisten im Urlaub irritiert, und was leider auch von den verbraucherfreundlichen deutschen Gerichten nicht als abzugsfähiger Mangel anerkannt wird, ist weder der Dreck, noch die Hitze noch das ungenießbare Essen, sondern die vielen Ausländer, die sich hier rumtreiben. Wenn das verdammt noch mal der Führer wüßte. Der Longtimetraveller Er war bereits in Bangkok, als da erst zehn schäbige Hütten standen. Er kann viele tolle Erlebnisse wie z.B. die erste Durchquerung des Südpols ("Junge, waren wir fertig. Wir hatten überhaupt keine Lebensmittel mehr, wir mußten am Ende sogar unsere Hunde rauchen.") oder die Eroberung Mexicos durch die Spanier zu erzählen: "Schon bei der Landung, Mann, ich hatte mir gerade eine Line Fischmehl reingezogen und daraufhin einen dermaßenen Dünnpfiff bekommen, Montezumas Rache oder so. Du kannst es Dir nicht vorstellen, Jungejunge, ich konnte meinen Vornamen inklusive Middle-Initial in den Sand scheissen. Uiuiuiui." Der Traveller wird hauptsächlich durch billigen einheimischen Fusel und Drogen für die es im Deutschen nicht einmal einen Namen gibt, angetrieben, gesund- und zusammengehalten. Sein Überleben wird auch von der UNESCO bezuschußt, da er in mehreren seit über hundert Jahren ausgestorbenen Einheimischensprachen der letzte ist, der wenigstens noch sagen kann: "Eine Packung Javaanse Jongens bitte und dann noch bißchen was von dem Zeug, was der Typ genommen hat, der da hinten aufm Boden liegt." Tarzan und Tankgirl Die beiden haben in ihrem Gepäck ein paar Netzhemden, je eine Hose (nato-oliv und navy-blau), zwei 40 kg Hanteln, ein Intimpiercingsset für frohe Stunden zu zweit, und sonst vorrangig Aufbaunahrung, Vitamine und "Amvitamine", jeweils in Großhandelpackungen. Man weiß ja nie, was für ungesundes Zeug man vor Ort zum Fratten bekommt. Sascha beginnt und endet den Urlaubstag meist mit einem einem erfrischenden kleinen Lauf: Er joggt vor dem Frühstück und nach dem Abendessen je eine Halbmarathonstrecke am Strand entlang, während seine Süße im Liegen 400 mal den Hotelschrank stemmt. Dazwischen findet ein forderndes Kursprogramm aus den üblichen Verdächtigen statt: Scuba-Diving, Rafting, Abseiling, Anseiling, Free-Climbing, Barefoot Beach Skiing, Gorilla Wrestling and so on. Ansonsten sind die beiden aber sehr ruhige und friedliche Menschen, die sich an den mannigfaltigen fremdartigen Impressionen des Urlaubs erfreuen. Für Sascha ist es beispielsweise ein inneres Kirschblütenfest, irgendwo mitten in der Pampa in Mexico, Thailand oder Marokko auf einem staubigen Busbahnhof anzukommen. Dann mit nacktem Oberkörper durch Horden von 1.62 grossen Einheimischen waten, die ihm Hotelzimmer und Taxifahrten andrehen wollen. Seine Brustpiercings glitzern in der Morgensonne und das lange blonde Achselhaar flattert im Wind. Er schaut seine schweißglänzende Süße an und denkt: Heute ein König. Der SextouristDer Sextourist kann für sich selbst sprechen: "Ach, Brasilien, das lohnt sich nicht mehr, überall nur Cellulitis, Kuba: Hängetittensozialismus mit schiefen Zähnen ... Tschechien, so ein Scheiß, richtig dreckig sind die Mädchen dort, da möchteste nicht mal mit dem Schaufelradbagger rein, ne, mach ich nicht mehr. Hier in Thailand dagegen, wirklich kleine Prachtbienen und teilweise noch taufrisch und duftig wie eine jungfräuliche Packung Hakle-Feucht. Ja, natürlich sind die Racker bisschen jung für die Arbeit, jetzt für deutsche Verhältnisse. Aber hier ist das ja normal. Und sind wir doch mal ehrlich: Ist doch besser, die Mädchen lernen gleich mal was Vernünftiges, als wenn sie auf dem Schulklo rumhängen und Drogen nehmen. Oder?" Die Sextouristin Die Spaßbombe Wenn er mal nicht bewußtlos betrunken ist und wenigstens das Kleinhirn im Standby-Modus laufen läßt, dann ist er zu allerhand Schabernack aufgelegt. Er schafft es oftmals, ein Gespür für landestypische Besonderheiten zu entwickeln und dadurch das Humorverständnis des Einheimischen mit einem Blattschuß zu treffen: In Marokko lüftet er beispielsweise gerne dem Zimmermädchen den Rock ("Deckel hoch, der Kaffee kocht"), in Thailand frißt er die Opferspeisen aus dem Hausalter, während er in Israel eher dazu tendiert, seine Restaurantrechnung mit "Adolf Hitler" zu unterschreiben. Der Authentizitätsfanatiker Mitleidig belächelt er die vorbeitapernden Landsmänner und -männinnen in ihren kurzen Shorts und Birkenstocks, die alle von der örtlichen Fremdenverkehrszentrale zusammengeklöppelten Attraktionen für muj autentico und tipico halten. Robin-Alexander dagegen ist immer auf der Suche nach dem finalen echt originalen, unberührten Ort, wo der Einheimische völlig unbefingert von westlichen Einflüssen arbeitet, wohnt, lebt und liebt, wie er es seit Jahrmilliarden tut. Sein permanenter Verfolger auf dieser Suche ist die Heisenbergsche Unschärferelation, die besagt, daß ein Gegenstand sich durch die Beobachtung verändert. Wenn zuviele Authentizitätsfanatiker ein bisher unberührtes Dschungel-Kaff besuchen, entsteht dort automatisch durch spontane Selbstzeugung ein kleines Hostel, ein Resto und ein Souvenirbüdchen mit handgebranntem krampenhäßlichem Ethnoholzschmuck, der wiederum die Birkenstockfraktion anzieht wie Fäulnis die Fruchtfliege. Wie kann man also etwas genießen, was man gleichzeitig dadurch der Zerstörung preisgibt? Das ist Robin-Alexanders ewiges Dilemma. Nur einmal – das war auch eines seiner schönsten Urlaubserlebnisse – hat er auf der Rückkehr von einem seiner Dschungeltrips auf der illuminierten Veranda eines karibischen Strandhotels sein finales Authentizitäts-Erweckungs-Erlebnis gehabt: Eine Halbkompanie von älteren Blockwarten hatte sich zu einer geselligen Umtrunk zusammengefunden und Dieter und einige seiner Spaßkollegen in die Runde eingeladen. Das Beisammensein kulminierte, als die beiden Fraktionen jeweils unter Anstimmung generationstypischen Liedgutes zum gemütlicheren Teil des Abends übergingen. Getragenes wie das Horst-Wessel-Lied und Fröhlicheres wie "Zieh dich aus, kleine Maus, mach dich nackig!" wechselten sich ab, das Bier floß und bald wurde das uralte germanische Ritual des Brüderschaftstrinkens ("Ich bin der Peter, weißte, wie 'Peter, dem steht er' ") zelebriert. In diesem Moment wußte Alexander-Robin, daß der gesellschaftliche Mikrokosmos vor ihm nachweislich völlig unberührt von zweitausend Jahren westlicher Zivilisation ist. Authentizität at it's best. Er setzte sich sofort dazu, denn er war sich sicher: Dieses soziale Kleinod läßt sich nicht durch Beobachtung oder Teilnahme zerstören. Das geht nur mit der Handgranate. |
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Spät am Abend, wenn die öffentlich-rechtlichen Olympiaberichterstatter sich langsam daran machen, ihre Gags vom Nachmittag zu recyclen, kommt die Sportart für die kleinen Genießer unter den Sofa-Olympioniken: Das Damen Einzel-Rodeln. Diese Sportart ist so deutsch wie die Wacht am Rhein oder ein brennendes Asylbewerberheim, deswegen erfreut sie sich immer einer breiten Coverage in den hiesigen Medien. Für Leute, die sich wenig bis nichts darunter vorstellen können: Hier stürzen sich vier Tage lang eher übergewichtige Damen in hautengen Latextüten rücklings auf einem Brett eine Eisrille runter. Medaillen bekommen die Mädels, die es schaffen, auch in den Haarnadelkurven in der Bahn zu bleiben und sehr schnell, aber auch möglichst gleichzeitig mit ihrem Schlitten, ins Ziel zu schliddern. Seit der frühen Neuzeit (diese Sportart ist schon seit längerem olympisch) waren das eigentlich immer drei deutsche Damen. Manchmal konnte sich auch ein Ösi- oder Ossimädel aufs Treppchen schmuggeln. Ein Hauptproblem dieser Sportart ist physikalisch bedingt: Die Hangabtriebskraft und damit die Beschleunigung nimmt proportional mit dem Gewicht der Dame zu, während der Luftwiderstand nur im Verhältnis von Wurzel 2/3 zum Gewicht steigt. Einfacher ausgedrückt: Je fetter die Athletin, desto schneller geht's bergab. Damit die Osteuropäer nicht wie beim Damenhammerwerfen hyperfette Rodlerinnen in unterirdischen Mastanlagen züchten, gibts beim Rodeln noch eine Ausgleichsregel, wonach die leichteren Exemplare etwas Blei mitnehmen dürfen. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass sich die typische Rodlerin dem in unserer Gesellschaft grassierenden Schlankheitswahn relativ erfolgreich verweigert. Es sind selten durchtrainierte Gerippe, die die Rille runtersausen, sondern eher die Frauen, die die Brigitte-Kartoffel-Eigenurin-Diät schon nach wenigen Stunden abgebrochen haben. Da einige der Sportlerinnen auch etwas angejahrt sind, erinnern mich die Rodelmuttchen oft so ein bißchen an meine Lieblingswerbesendung im Privatfernsehen: "Je oller, desto doller. Hausfrauen, 55 plus, verwöhnen Dich am Telefon.". Als Sponsoren für diese Sportart jenseits des geschmacklichen Mainstreams kommen eigentlich nur die deutsche Metzger- und Fleischerinnung oder "Monas Modeladen für Mollige" in Frage. Ein weiteres Problem ist die fast völlige Vorhersehbarkeit und Ereignislosigkeit der Wettkämpfe: Damenrodeln ist eine Sportart für Leute, die beim Eisstockschiessen vor Aufregung hyperventilieren: Meist ist beim Rodeln für den Zuschauer absolut nicht erkennbar, ob eine Sportlerin schneller fährt als die andere, weil in der Spitzengruppe bereits Hunderstelsekunden über Sieg oder Platz entscheiden. Dazu kommt, dass die einzelne Rodeldame fast bei jedem Lauf das selbe Ergebnis erzielt. Das führt natürlich dazu, daß sich ab dem dritten der vier Läufe, die Rangfolge der ersten fünf Plätze nicht mehr verändert. Mein Mitbewohner und ich, die wir alle Rennen gebannt verfolgt haben, jubelten schon bei Großereignissen wie bei der Rückeroberung des Platzes sechs von der zahnbespangten Österreicherin durch die Nummer sieben, einem Angela-Merkel-Look-Alike aus der Ukraine. Die ganze Übertragung gemahnt von ihrer Spannungskurve sehr stark an das schöne Sendeschlußfilmchen "ZEN - Zuschauen Entspannen Nachdenken", das früher im bayerischen Rundfunk lief und den Zuschauer durch minutenlange statische Einstellung auf Bäume, Steine und andere bewegungsunlustige Objekte sedierte. ARD und ZDF verstehen es allerdings immer wieder, auch ruhigere Sportarten spannend in Szene zu setzen: Beim zweiten Lauf wurde z.B. ein im Schnee weidender Elch in der Nähe der Rodelbahn entdeckt. Klar, dass der Wiederkäuer vor dem Hintergrund eines vollkommen spannungsfreien Laufes Eventcharakter bekam und ein breites Lächeln auf die großäugigen Reportergesichter zauberte. Wenn gerade kein Elch da ist, muss zum Konjunktiv gegriffen werden, um das Rodeln ereignismäßig aufzubrezeln. Als gerade die Nummer 24, eine kugelförmige Russin halbkontrolliert die Rinne runterschoß und gefährlich nahe an das obere Bandenende kam, schwadronierte der ARD-Reporter darüber, was denn passieren würde, wenn diese zweieinhalb Zentner Lebendgewicht aus der Spur rausfliegen würden und mit Tempo 100 im Publikum aufschlügen. Uiuiui, das wäre vergleichbar, wie wenn Dir ein Güterzug quer durchs Gesicht fährt, ein Blizzard Dein Gemächt umsortiert oder ein Tsunami Deine Eingeweide spült. Das wollte der Reporter sagen, stotterte aber natürlich nur öffentlich-rechtlich: "Da wären schwere Verletzungen möglich, ja, sehr schwere, lebensgefährliche sogar." Glücklicherweise ist nichts dergleichen passiert. Die Russin bremste unten lässig ab, oben rollte ein Trainer die Nummer 25, eine lyonerfarbene Lettin, an den Start. Fernsehdeutschland konnte nochmal aufatmen. |
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Die Sprache der Gewalt ist ein universelles und völkerverbindendes Verständigungsmittel, das selbst in den abgelegensten Orten der Erde wie z.B. dem Hindukusch verstanden wird. Leider wird diese Mutter aller Kommunikationsformen gerade in Deutschland viel zu gering geachtet. Obwohl ein altes arabisches Sprichwort lautet "Mit Teletubbies und den Grünen / da wirst Du nie nen Krieg gewünnen", sind erschreckend viele Menschen hierzulande noch der Meinung, Winkewinke und Kuschelsex wären eine adäquate Antwort auf die fremde Faust im eigenen Gesicht. Während das Afghanistanabenteuer gerade gemütlich ausklingt, können wir versuchen resümierend festzustellen, wer denn recht gehabt hat. Bereits kurz nachdem 11. September schlug mein Freund, Herr Bush, vor, unseren morgenländischen Kollegen die Ohren mal etwas länger zu ziehen. Um genau zu sein, sagte er wörtlich: "Ich will verfickt noch mal Horst Tappert heißen, wenn wir den verdammten Kamelschändern den Arsch nicht so weit aufreißen, daß man bequem einen Vierzig-Tonnen-Truck drin parken kann!" Dieser sehr direkte und unbürokratische Vorschlag zur Lösung des Terrorproblems erhielt ein promptes Echo aus deutschen Bedenkenträgerkreisen. Sorgengefaltete Gestalten fluteten die Talkshows und meinten unsiono, das wichtigste wäre jetzt, ja nicht überzureagieren, sondern ganz ganz sachte und besonnen und überlegt an die Sache heranzugehen, das dürfe jetzt keinesfalls in einen Rachfeldzug gegen den Islam ausarten. Parallel dazu wurden Nahost-Mumien wie Peter Scholl-Latour und andere oft gebrochen deutsch sprechende aber umso betroffener aus der Wäsche schauende Experten aus der Formalinlösung gezogen und televisionär reanimiert. Ich glaube, ich habe die ganzen Jungs und ihre Statements schon mal während des letzten Golfkriegs gehört und bereits da waren sie nicht mehr so richtig frisch. Tenor war auch diesmal wieder: Wir dürfen jetzt nicht pauschal den Islam verurteilen, wir müssen die auch mal verstehen, Modernisierungskonflikte, ungerechter Welthandel, Israel, Unterentwicklung, Jodmangel, das wichtigste sei jetzt doch der Dialog zwischen den Kulturen. Klar, der Dialog. Aber wie, verdammi noch mal, soll man sich das vorstellen? Müsli-Matze geht in die nächste Falafalbude zu Schawarma-Ahmed und sagt zu ihm: "Hey Bruder, die Sache mit dem World Trade Center fand ich jetzt nich so den Bringer, aber weißte, ich akzeptier Dich trotzdem so wie De bist. Übrigens, Deine Sesamsauce: Echt immer super!". Ich persönlich habe ja überhaupt nichts gegen Dialog. Alle Irren dieses Planeten können gerne ihre Weltempfänger einschalten, wenn ich Ihnen was erzähle. Sie können sogar mitschreiben. Habe ich absolut nichts dagegen. Ich werde ihnen aber nicht zuhören. Sorry liebe Orientalisten, Dritte-Welt-Enthusiasten, Globalisierungsgegner, Mütter Theresas, mich interessieren die hakennäsigen Kollegen mit dem Hormonstau nicht. Die müssen wie alle anderen Erwachsenen ihre Probleme selbst lösen. Hilft ja nüscht. Ich kann das nicht für sie tun. Und bei der Prognose des Kriegsverlaufs, ui ui ui, da haben sich die Onkels von der Verständigungsfront nicht wirklich mit Ruhm bekleckert. Kübelweise Experten, teilweise sogar mehrfach durchschossene russische Afghanistanveteranen von Anno Dünnebrett, haben uns mit angstumflorter Stimme im Fernsehen erklärt, daß der Krieg gegen die Taliban lang, hart, blutig und vielleicht sogar schleimhautreizend sein werden wird. Wir sahen vor unseren inneren Augen bereits Tausende 1,58 m große, aber zum Äußersten entschlossene Gotteskrieger, die jede Nacht aus ihren unzugänglichen Bergfestungen herauskrabbeln und in todesmutigen Blitzangriffen die amerikanischen Invasoren bataillonsweise abschlachten. Im Bundestag lieferten sich die Koalitionsparteien eine Art Vertrauenskrieg um die Frage, ob wir an diesem beinharten Clash of Cultures mittels eines Heizdeckentransportes zum Natostützpunkt Incirlik teilnehmen dürfen. Die Grünen waren sich sicher, daß sich Vietnam rückblickend wie ein Kindergeburtstag mit Tombola und Puddingwerfen ausnehmen werde im Vergleich zu dem Smörgasbord des Sterbens am Hindukusch. Nichts davon ist natürlich eingetreten, es ging logischerweise wieder ab wie bei jedem Krieg: Den Taliban wurden solange per Air Force die Eier weich geklopft, bis sie brav Männchen machten und die Waffen abgaben. Unter uns Betschwestern: Die meisten Taliban waren wesentlich weniger fanatisch als Opas Kameraden in Stalingrad, die absolut sinn- und zweckfrei bis zur letzten Patrone durchgehalten haben und mit einem Lächeln auf den zusammengekniffenen Arschbacken ihr Leben aushauchten. Die größte Gefahr für die amerikanischen Soldaten in Afghanistan ging nicht vom Feind aus, sondern von ihrer eigenen Luftwaffe, die aus Versehen wieder paar Marines von den Beinen geholt hat. Ein Problem für die Zivilbevölkerung waren natürlich die Lebensmittelpakete, die schon mehrere Menschen erschlagen haben. Also: Kleiner Prognosefehler der heimischen Kriegsexperten. Meine Lösung: Ab mit der ganzen Kuschelmischpoke zum Wiederaufbau nach Afghanistan. Die können ja Streichelzoos für multiethnische Kaninchenwaisen aufmachen oder den verkarsteten Boden weichlabern oder was auch immer. Auf jeden Fall: In meinen Fernseher kommen die nicht mehr. Um meinen Text nicht so unversöhnlich enden zu lassen, hier noch eine kleine Binse für meine islamischen Freunde. Es gibt auch Formen des zwischenmenschlichen Austausches jenseits von Parolen skandieren, Fahnenverbrennen und Selbstmordanschlag. Ich z.B. halte ich mich immer an eine Maxime: Willst Du glücklich sein im Leben,
trage bei zu and'rer Glück,
denn die Freude, die wir geben,
kehrt ins eigene Herz zurück. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Manchmal, wenn ich nichts besseres zu tun habe, fahre ich nach Ungarn. Viele bezeichnen Ungarn als "die Perle", manche sogar als "die Schweißperle" des Balkans. Das liegt daran, daß die anderen Balkanvölker hauptsächlich damit beschäftigt sind, Reisende auszurauben, westliche Arzneimittelspenden zu verkaufen oder ethnische Säuberungen durchzuführen, während der Ungar lieber ruhig und konzentriert seiner Arbeit nachgeht. Feierabends baut er sich ein Eigenheim oder erzieht seine Kinder im Sinne des kantischen Imperativs. Also, für alle, die mit dem Gedanken spielen, da mal hinzuwollen: In Ungarn sieht es nicht so aus wie in den Auslandswackelbildern auf CNN, wo immer nur geschrien, gerannt und geschossen wird, sondern eher wie zuhause. Ich persönlich finde es ziemlich ok, wenn die Menschen so sind wie ich. Aber wie so oft gibt es dann doch einen Haken: In Ungarn ist das die Sprache. Die Ungarn haben bei der Auswahl eines Verständigungsmittels nicht auf das Deutsche zurückgegriffen, obwohl sich unsere Sprache ja, ich glaube man kann das inzwischen ohne falschen Nationalismus sagen, insgesamt weitgehend bewährt hat. Sie haben vielmehr eine ganz eigene Sprache am grünen Tisch entworfen, die nur einige schüchterne Anleihen aus dem Finnischen und dem Esperanto genommen hat. Wenn man nun wie ich, nicht so gut finnisch kann, helfen einem die Ungarn gerne weiter. Ich konnte mir z.B. nie genau merken, ob "Noi" "Männer" und "Ferfi" Frauen oder umgekehrt bedeutet, weshalb ich öfters mal auf der falschen Toilette anzutreffen war und dort immer wieder mit der einheimischen Damenwelt in ein anregendes Kurzgespräch kam, bevor ich hurtig wieder Land gewinnen mußte. Die Tatsache dass die Ungarn auf den Toilettentüren gerne geschlechtermäßig schwer zuzuordnende Zeichen wie einen Kamm oder einen Transvestitenschuh abbilden, hat mir die Auswahl des geeigneten Örtchens meist nicht wirklich erleichtert. Einmal habe ich auf dem Damenklo des Cafes "Parisz" sogar einen Kanadier getroffen, was der kleinen Toilette einen ziemlich kosmopolitischen Anstrich gab. Zu zweit konnten wir dann ausnahmsweise mal aus einer Position der Stärke heraus mit einer aufgeregten ungarischen Frau darüber verhandeln, wer denn hier richtig und wer falsch ist. Da die Ungarn radikale Pragmatiker sind, haben sie schnell realisiert, daß die Besucher aus dem Westen das Ungarische nie lernen werden. Um die Stehpisser von den Damenklos fernzuhalten und zu verhindern, daß die Touristen dauernd beim Friseur ein Bier trinken wollen, ist in den Ferienorten praktischerweise alles deutsch und englisch beschriftet. Um uns Deutschen jedoch ständig vor Augen zu führen, daß wir nicht zu Hause sind und uns deshalb anständig benehmen sollen, haben die Ungarn unsere Sprache meist leicht verfremdet. So wünscht man auf einer Speisekarte beispielsweise: "Wir hoffen, Sie haben gut geschmeckt!". Oft funktioniert diese poetische Agrammatik hervorragend. Mir war gleich klar, was auf der Toilette mit "Bitte Ordnung sauberhalten" gemeint ist. Schwieriger wird es jedoch bei Formulierungen wie einem groß plakatierten "Idiote Preise" an einer Boutique. Hier wäre es vielleicht doch besser gewesen, den Text nicht silbenweise, sondern bedeutungswahrend zu übersetzen. Richtig beeindruckt und auch beschäftigt hat mich jedoch das von der Tourismusverwaltung an allen Abschnitten des Balaton-Sees aufgestellte Schild mit der Aufschrift "Verboten den Hund baden". Dazu muß ich vielleicht vorausschicken, daß in Ungarn nicht nur wenig geschrien, gerannt und geschossen wird, sondern überhaupt nicht sehr viel passiert. Selbst die Landschaft, die in anderen Erdteilen ja oft alles gibt, sitzt hier rum und dreht Däumchen. Ungarn ist vielleicht insgesamt ein Urlaubsland für Leute, die in einem Berliner Strassencafe sitzen und sagen: "Diese permanente Reizüberflutung gibt mir nochmal den Rest." Ja, was macht man dann so in Ungarn? Morgens zum Kiosk gehen, die Süddeutsche von vorgestern holen, und sie beim Frühstück lesen. Danach mal an den Strand. Irgendwann einen Cafe trinken, vielleicht nochmal am Kiosk nachschauen, ob inzwischen die Süddeutsche von gestern da ist. Dann einen Spaziergang. Und so weiter. Da kam mir so ein Schild, das zu einer kleinen spontanen Meditation einlädt, natürlich nicht völlig ungelegen. Jedesmal, wenn ich wieder auf "Verboten den Hund baden" gestoßen bin, ist mir eine andere Bedeutungsebene aufgegangen: Beim ersten Mal war ich mir fast sicher, daß es sich nur um die Bezeichnung eines kantonesischen Gerichts mit feinpochiertem Rauhhaarpudelwelpen in Reisweinsosse handeln kann. Ihr braucht nicht nachzuschauen: Das ist eine der Speisen, die beim Vietnamesen um die Ecke nicht auf der Karte stehen. "Verboten den Hund baden" wird wahrscheinlich nur als "Bückware", wie der Asiate sagt, auf Nachfrage für Stammgäste zubereitet. Beim zweiten Mal schien mir die Formulierung eher auf eine aryuvedische Massagetechnik mit feucht-fröhlicher Erotikkomponente hinzudeuten. Eventuell sogar unter Einbeziehung von Chakrapunkten, die zurückbeißen. Danach vermutete ich dahinter eine augenzwinkernde Geheimbezeichnung unter Männermörderinnen für die rückstandsfreie Beseitigung des heimischen Patriarchens mithilfe einer stark lebenshemmenden Flüssigkeit wie Treibsand, Salzsäure oder Frischbeton. Ja und so blieb das Nachsinnen über den verbotenen Hund immer einer meiner geliebtesten und aufregendsten Programmpunkte des Tages, als ich an den Gestaden des Balatons weilte. Oft dachte ich: Weit, schön und geheimnisvoll wie die Puszta und die Paprika ist das ungarische Deutsch. Was manchmal vielleicht noch zu fordern wäre, wäre eine schärfere pragmatische Zuspitzung und Kontextbezogenheit der Aussagen - natürlich unter Beibehaltung der poetischen Payload: So würde mir ein Schild auf dem Damenklo mit der Formulierung "Falsch geschmeckt, Idiotemann, verbotener Hund wieder einpacken und raus nächste Tür, wir grüßen!" auf eine nette und blumige Weise, aber doch relativ eindeutig klarmachen, dass ich wieder den falschen Eingang genommen habe. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Unser Mitarbeiter Johannes B. Kerner suchte das medienscheue Enfant Terrible der internationalen Politszene in seinem Versteck auf. Das lange, streckenweise sehr persönliche Gespräch bestritt der ehemalige Erasmus-Stipendiant in fast akzentfreiem Deutsch. Mit den gängigen "Terrormörder"-Stereotypen unserer Medien hat der geheimnisumwitterte Turbanträger nichts zu tun, wir lernten vielmehr den Menschen Bin Laden, einen nachdenklichen und bescheidenen Bartfetischisten kennen. Wir haben dem Terrorfürsten zugesagt, seinen Aufenthaltsort vertraulich zu behandeln. Nur so viel sei verraten: Es sah nicht so aus wie in Hamburg. Wenn man aus dem Fenster schaute, streunten dort bärtige Männer vor einer etwas angetrockneten Gebirgslandschaft herum oder putzten ihre Waffen. Vielleicht Garmisch-Partenkirchen. ---------------------------------------------------------------------------------------------- B. Kerner: Herr Bin Laden, am 11. September haben Ihre Mitarbeiter die beiden Türme des World Trade Centers zum Einsturz gebracht. Was fühlt man in diesem Augenblick? Ist es einfach Triumph oder wird man in so einem Moment auch nachdenklich? Bin Laden: Am Anfang kann man es natürlich noch nicht fassen: Wir saßen den ganzen Morgen übernächtigt vor CNN und haben immer gebetet: Mein Gott, laß es nicht so einen Reinfall wie bei der letzten WTC-Aktion werden. Als dann das erste Flugzeug im Center ankam, war das schon wie eine Erlösung für uns. Als das zweite auch noch gelandet ist, waren wir natürlich happy wie die Hippos. Das, wofür wir jahrelang hart gearbeitet haben, ist wahr geworden. Ich kann mir vorstellen, daß es im Anschluß daran eine große Party in Ihrem Hauptquartier gegeben hat? Nein. Viele meiner Mitarbeiter sind ja sehr religiös und trinken deshalb keinen Alkohol, weshalb wir unsere Projektabschlüsse eher in einer ruhigen Atmosphäre bei Keksen und einem Gläschen Tee begehen. Wissen Sie, letzlich freut man sich ein bißchen, atmet kurz durch, nimmt sich vielleicht zwei, drei Wochen frei, aber dann geht es schon weiter mit dem nächsten Projekt. "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel", wie ein großer Deutscher einmal gesagt hat. Viele Menschen gerade im Westen kritisieren Ihre Arbeit. Sehr kontrovers wird vor allem der Einsatz von Selbstmordattentätern zur Umsetzung von politischen Zielen diskutiert. Als Terroristenführer hat man natürlich nicht nur Anhänger, sondern auch viele Gegner. Ich habe nichts gegen konstruktive Kritik an der Sache und an der Vorgehensweise. Problematisch empfinde ich aber die oftmals persönlichen und teilweise unter die Gürtellinie gehenden Angriffe. Sie haben sehr lange erfolgreich mit der CIA zusammengearbeitet. Was war der Grund für den plötzlichen Abbruch der Kooperation Anfang der 90er Jahre? Hat man sich einfach auseinandergelebt oder gab es einen konkreten Anlass? Ja, das war eine tolle Zeit, an die ich gerne zurückdenke. Leider mußten wir mit den Jahren realisieren, dass sich unsere jeweiligen Ziele "Kapitalismus ohne Adjektive" und "Gottesstaat mit Tschador und Scharia" immer schwieriger unter einen Hut bringen ließen. Von daher fanden wir es ab einem bestimmten Punkt ehrlicher, wenn jeder seinen eigenen Weg geht. Ist Ihr Job, ihre Position, nicht eine große Belastung für Ihre Familie? Hatten Sie, bevor Sie das Amt des Terrorfürsten übernahmen, mit Ihrer Frau darüber gesprochen? Natürlich habe ich jeden Schritt mit meiner Familie besprochen, und meine Familie hat jeden meiner Schritte mitgetragen. Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. In meinem Fall sind das sogar drei starke Frauen und inzwischen vierzehn Kinder und neununddreißig Enkel. Ohne die Unterstützung meiner Familie, auch in schwierigen Zeiten, wären meine beruflichen Erfolge so nicht möglich gewesen.
Was bewegt einen jungen Millionenerben, seinen erlernten Beruf, seine Freunde, sein Reitpferd und seine Konkubinen an den Nagel zu hängen, das wohlhabende Saudi-Arabien zu verlassen und sich dieser gefährlichen Profession zu widmen? Warum wird man Terroristenführer? Ist das nur religiöse Berufung oder auch ein Hauch Abenteuerlust? Es war natürlich der Reiz, etwas Neues, Aufregendes zu tun und zu erleben und nicht wie mein Vater oder meine Brüder in der doch wenig glamourösen Baubranche zu enden. Inzwischen sehe ich meinen Beruf etwas abgeklärter, distanzierter, weniger idealistisch. Ich muß einen anstrengenden, hochprofessionellen Job leisten, der anderen manchmal verdammt hohe Opfer abfordert.
Wie hat man sich das Privatleben eines Fundamentalistenchefs vorzustellen? Überspitzt gefragt: Terrorisieren Sie nach der Arbeit Ihre Familie? (Bin Laden lacht): Nein. Ich bringe die Arbeit nicht mit nach Hause. Feierabends und am Wochenende hat der Terror ein Ende. Ich widme mich meiner Familie, gehe mit meinem Hund Toni spazieren, setze mich auch noch mal mit alten Freunden auf ein Bier zusammen, wobei ich zugeben muß, dass das in letzter Zeit viel zu selten passiert. Ich koche sehr gerne und - wie viele meiner Freunde sagen - nicht einmal schlecht. Sie sind jetzt 56 Jahre alt und im Moment auf einem Höhepunkt Ihres Schaffens angelangt. Es dürfte schwierig sein, gerade die letzte Aktion zu toppen. Denkt man manchmal daran, sich zurückzuziehen und Jüngeren das Feld zu überlassen? Natürlich habe ich manchmal mit dem Gedanken gespielt, aufzuhören und mich intensiver mit meiner Familie und den vielen Dingen zu beschäftigen, die in den letzten zwanzig Jahren zu kurz gekommen sind. Aber im Moment kann ich mir einen Osama Bin Laden, der den ganzen Tag zu Hause sitzt und sich nur der Bartpflege hingibt, noch nicht vorstellen. Was viele unserer Leser natürlich interessiert, ist, ob Sie uns schon etwas über Ihr nächstes Projekt verraten können? Das muß leider noch geheim bleiben, aber Sie können sicher sein, es wird Sie wieder überraschen. Alle guten Geschichten --- Mario mit bunten Schlüpfern bewerfen |
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Fortsetzung von Leben mit der Leitkultur, einer Rede von Dr. Merz, MdB. Viele Parteifreunde haben mich nach meinem letzten Beitrag gefragt: "Dr. Merz, was denn nun tun mit dem ganzen undeutschen Zeugs? Alle einfach rausschmeißen oder sollte man sie je nach Nationalität, Deutschkenntnissen, Haarfarbe oder Trinkfestigkeit aussortieren?" Ich als intellektuelle Strandhaubitze der Union bin natürlich für eine differenzierte Behandlung des ausländischen Mitbürgers. Wir müssen uns von der Vorstellung eines homogenen Gesamtkanakentums verabschieden. Bei meinen Patrouillen durch die Reichshauptstadt bin ich vielmehr auf ein sehr ausdifferenziertes Panoptikum, ich möchte fast sagen, Pandämonium fremdländischer Lebens- und Wesensarten gestoßen, das ich vor allem meinen Parteifreunden aus den eher inzestös geprägten ländlichen Gegenden Deutschlands vorstellen möchte. Heute werden wir uns mal den Türken zur Brust nehmen: Der Türke, viele nennen ihn ja den "Italiener des kleinen Mannes", ist laut, lustig, freundlich und geschäftstüchtig. Als er sich Anfang der siebziger Jahre schnauzbartbewehrt und ohne ein Wort Deutsch in den verfallenden Zentren unserer Großstädte einnistete, glaubten viele von uns an die Rückkehr des "Missing Link" zwischen uns und unseren ganzkörperbehaarten Vorfahren. Dieser Eindruck mag damals richtig gewesen sein, nur ist das mittlerweile gut 30 Jahre her. Der Türke steht heutzutage nicht mehr so gerne am Hochofen oder joggt dem Müllwagen hinterher. Seinen Lebensunterhalt verdient er inzwischen mit dem Verkauf von Altelektronik, Freibankgemüse, russischen Mädchen und allem, was sich sonst noch im Kofferraum seines Mercedes transportieren läßt. Seine Kochkünste waren früher so niedrig entwickelt, daß er im 19. Jahrhundert sogar als "Preusse des Orients" verschrien war. Inzwischen betreibt er jedoch oftmals original italienische Pizzerien und Schlimmeres. Aber nun zu seiner Leitkultivierbarkeit: Größere kulturelle Leistungen des Türken sind uns nicht überliefert. Gerüchteweise hat er den Nescafe und die Sitte, Tee in zu kleinen Gläsern zu servieren, erfunden. Von daher eignet er sich natürlich idealiter, die hochgezüchtete deutsche Kultur, ich bezeichne sie ja immer als den "Porsche unter den Kulturen", zu übernehmen. Das größte Kultivierungshindernis ist seine seltsame Religion, die in seiner Heimat gerne von Lautsprechern auf hohen Kirchenschornsteinen verkündet wird. In Deutschland macht er das aber brav zuhause auf seiner Stereoanlage in Zimmerlautstärke, jedenfalls solange wir hier noch was zu sagen haben. In vielen Bereichen hat sich der Türke engagiert an die hiesigen Sitten und Gebräuche angepaßt: Einige Angehörige der dritten und vierten Generation halten sich bereits eklig aussehende Tölen und schimpfen über Asylanten. Manche sprechen sogar schon ein paar Brocken Deutsch. Von daher bin ich zuversichtlich, daß es uns gelingt, unseren türkischen Mitbürger in einen ordentlichen Träger unser Kultur zu veredeln. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Rede von Dr. Merz, MdB.
Seitdem viele meiner Kollegen in der Führungsriege der Union ein Fachabitur oder einen noch höheren Abschluss vorweisen können, haben sich die politischen Diskussionen verfeinert: Heute sagen wir nicht mehr "die Bimbos bumsen unsere Töchter und klauen unsere Fahrräder, also ab mit der Morgenmaschine nach Ougadougou" sondern "der ausländische Mitbürger wird höflichst gebeten, sich der deutschen Leitkultur anzupassen, ansonsten: ab mit der Morgenmaschine nach Ougadougou". "Was ist denn die deutsche Leitkultur?" fragt man mich nun allerorten. Zur Beantwortung muß man zunächst wissen, was Kultur überhaupt ist, bzw. - noch wichtiger - wozu man Kultur überhaupt braucht: unsere Brüder und Schwestern in der Zone sind schließlich auch gut ohne ausgekommen. Zur ersten Frage: Der "Pschyrembel", das "Wörterbuch der deutschen Kultur- und Brauchtumspflege" definiert Kultur als "resublimiertes Korrelat eines strukturell pejorativen Gesinnungszusammenhangs der gesamthermeneutischen Seiendheit". So weit, so klar. Bleibt zu klären, was als deutsch angesehen werden kann. Festzustellen ist, daß die alten deutschen Tugenden wie "Pünktlichkeit, Ordnung, draussen gibts nur Kännchen, in Urlaub fahren wir am liebsten mit der Wehrmacht" leider nur noch Klischees sind. Heutzutage gibt es ganz andere Erscheinungsformen: Der deutsche Mann drückt sein Deutschsein hauptsächlich durch Überholen mit 240 auf dem Standstreifen oder durch das Anbehalten der Socken beim Geschlechtsverkehr aus, während die deutsche Frau feinere Formen wie z.B. die sämige Mehlschwitze oder unrasierte Achselhaare in armfreien Kleidern kennt. Vielleicht sind es aber auch die lieben kleinen anachronistischen Regelungen und Einrichtungen, die den Nationalcharakter bilden: In England z. B. das Königshaus und die ulkigen Pubschließungszeiten. Hierzulande wäre dabei an die lustige Regel zu denken, dass das siebenköpfige DFB-Präsidium zusammen nie mehr als 100 IQ haben darf: Benennt man z.B. einen Primaten wie Karl Schmidt (32 IQ) zum Schatzmeister, dann muß man bei der weiteren Besetzung einsparen, indem man sich beim geschäftsführenden Präsidenten mit einer präkambrischen Lebensform wie Mayer-Vorfelder begnügt (7 IQ, an warmen Tagen bis zu 9). Wir in der Union sind uns jedensfalls sicher, dass Deutschtum keine Frage der Rasse ist, sondern eine der Leitkulturkompatibilität ist. So könnte man z.B. abzuschiebenden Bimbos nochmal einen 6-monatigen Bewährungsaufenthalt in Deutschland einräumen, wenn sie in der Morgenmaschine nach Ougadougou der Stewardess in den Po kneifen, im Klo rauchen und bei der Ankunft das Horst-Wessel-Lied auf den Lippen betrunken die Gangway runterfallen. Damit hätten sie bewiesen, dass sie die kulturellen Errungenschaften unserer Gesellschaft verstanden haben. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Dieses Jahr wurde wie inzwischen seit 82 Jahren vom Bundesinnenminister Schily der "Ede", der deutsche Kriminalitätspreis, an die kriminellsten deutschen Städte und Gemeinden verliehen. Zur großen Gala-Soiree in der Kantine des Bundeskriminalamts in Wiesbaden gaben sich die Stars und Sternchens des kriminellen Establishments der Republik ein Stelldichein. In seiner Eröffnungsrede betonte Schily, dass Deutschlands Verbrecher in einem größer werdenden Europa verstärkt Anstrengungen unternehmen müssen, damit Deutschland nicht den Anschluß an die hochentwickelten süd- und osteuropäischen Kriminalitätshochburgen verliert. Von der hochkarätig besetzten Jury wurden insgesamt fünf Auszeichnungen an deutsche Städte vergeben: Platin-Ede: Hamburg Goldener Ede: Berlin Silberner Ede: Hoyerswerda Bronzener Ede: Augsburg Sonderpreis: Freiburg i. Br. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Nach einer Untersuchung des Bundesministeriums für Frauen, Familien und Haltungsschäden führt die Östrogenverseuchung des Trinkwassers in den letzten Jahren zu einer immer stärkeren "Verweicheiung" des deutschen Mannes. So seien inzwischen 65 Prozent der männlichen Deutschen schwul, 27 Prozent impotent, 19 Prozent zeugungsunfähig und sage und schreibe 54 Prozent Sitzpisser. Der Testosteronwert des deutschen Mannes sei im europäischen Vergleich der niedrigste. Er liegt inzwischen sogar knapp unter dem spanischer Frauen. Noch viel schlimmer aber sehe es beim Nachwuchs aus.
Nach Angaben der letzten Shell-Jugendstudie sind die beliebtesten Hobbies deutscher Jungmänner: 1. Pferde Der Bundeskanzler, nach einem von ihm geprägten Bonmot neben Frau Künast "der einzige Mann im Kabinett", hat in den letzten Wochen mehrfach seine Besorgnis über diese Entwicklung geäußert. Als vernünftigste Lösung dafür sieht er die Koppelung des Green-Card-Programms an genetische Kriterien. So sollen nicht nur Alter, Ausbildungsgrad und Vorstrafenregister über die Zulassung ins gelobte Land entscheiden, sondern es soll auch zunehmend darauf geachtet werden, dass der Immigrant ein brauchbares Erbgut mitbringt. Wünschenswert sei laut Schröder jetzt eine eher männlich-herbe Note der Immigranten-DNA. Das Institut für Rassenkunde an der Universität Augsburg hat daraufhin eine weltweite Untersuchung der Gene verschiedener Nationalitäten durchgeführt, um herauszubekommen, wo Männer noch Männer und wo die Gene so richtig kernig sind. Durch eine gezielte Einspritzung von Fremdgenen in das deutsche Volkserbgut erhofft man sich langfristig eine Remaskulinisierung des deutschen Mannes. Das Weltverbesserungsmagazin OOHA möchte seinen Lesern diese Studie natürlich nicht vorenthalten und veröffentlicht deshalb hier die wichtigsten Ergebnisse: 1. Der Araber 2. Der Schwarze 3. Der Weißrusse 4. Der Serbe Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Aus der einartikeligen Serie "Mutti2000 hilft" Sind wir doch mal ehrlich: Wir Frauen sind uns fast immer unsicher in Bezug auf unser Aussehen. Vor allem die Figur macht uns permanent Sorgen. Wie oft stehen wir angstvoll vor dem Spiegel und fragen uns: Sind hier nicht ein paar Pölsterchen zuviel? War mein Doppelkinn letzte Woche nicht etwas kleiner? Warum nennen mich eigentlich alle "Dickerchen"? Sicher: Es gibt tausend Arten festzustellen, ob man wirklich zu dick ist: Z.B. das Gewicht durch die Körpergroße logarithmieren und die Differenz zwischen Leibesumfang, Kalorienbedarf und Idealgewicht draufpotenzieren. Oder: Den Bauchspeck zwischen Daumen und Zeigefinger nehmen und schauen, ob man die Orangenhaut von den Oberschenkeln rumwickeln kann. Oder: Während der Tage die Amplitude des Blutzuckergehalt durch den Cholesterinspiegel betrachten. Aber wahrscheinlich geht es Ihnen wie mir: Das ist doch alles viel zu kompliziert! Das praktischen Lebenshilfemagazin OOHA nun endlich Abhilfe. Mit unserem neuentwickelten Fragebogen können Sie innerhalb von 5 Minuten wirklich zuverlässig feststellen, ob sie "nur paar weibliche Rundungen" haben oder tatsächlich übergewichtig sind. Kreuzen Sie alle Sätze, die auf Sie zutreffen, an, zählen Sie am Ende die Punkte zusammen, und lesen sie Ihre persönliche Auswertung am Schluß. [ ] Die Verkäuferin aus dem Laden "Mode für Mollige" kennt Sie beim Vornamen. (1 Punkt) [ ] Bei größeren Anstrengungen, wie z.B.Chipstüten aufreißen, geraten Sie schnell aus der Puste. (1 Punkt) [ ] Sie müssen zwei Spiegel nebeneinander stellen, um sich ganz zu sehen. (2 Punkte) [ ] Sie nehmen mindestens 12 warme Mahlzeiten pro Tag zu sich. (2 Punkte) [ ] Ihr Stuhl hat eine Sitzfläche von mehr als 5 Quadratmetern. (2 Punkte) [ ] In der Straßenbahn zeigen kleine Kinder auf Sie und sagen: "Mami, guck' mal, was ist denn das?" (2 Punkte) [ ] Sie sind Inhaberin der Burger King Platinum Card. (2 Punkte) [ ] Ihre Füße haben Sie schon seit mehreren Jahren nicht mehr gesehen. (3 Punkte) [ ] Ihr Mann hat Sie in der Hochzeitsnacht mit dem Gabelstapler über die Schwelle getragen. (3 Punkte) [ ] Irgendwo in Ihren Bauchfalten haben sich Mäuse eingenistet. (4 Punkte) [ ] Vor zwei Wochen kamen die netten Leute vom "Guiness Buch der Rekorde" und machten ein Querformatfoto von Ihnen. (5 Punkte) [ ] Sie werden mit Keilen gegen das Wegrollen gesichert. (5 Punkte) [ ] Bevor Sie das Haus verlassen, müssen Sie die örtliche Erdbebenwarte anrufen. (7 Punkte) [ ] Bevor Sie ein anderes betreten, müssen Sie sich beim Bauamt eine Genehmigung holen. (7 Punkte) [ ] Einmal im Jahr bedankt sich der Präsident des Bauernverbandes persönlich bei Ihnen. (10 Punkte) [ ] Elefanten-Herden akzeptieren Sie als natürliche Anführerin. (12 Punkte) [ ] Das Frühstück wird Ihnen mit dem Lastwagen ans Bett gebracht. (15 Punkte) [ ] Bei Magenbeschwerden schickt Ihr Arzt ein Team Höhlenforscher runter. (15 Punkte) [ ] Sie werden von Christo eingekleidet. (20 Punkte) [ ] Ihre Küche ist der größte Arbeitgeber der Region. (20 Punkte) [ ] Ihre Friteuse hat ein eigenes AKW zur Stromversorgung. (25 Punkte) [ ] Sie sind auf Landkarten eingezeichnet. (50 Punkte) [ ] Von Ihnen gibt es eigene Landkarten. (100 Punkte) [ ] Unter Astronomen sind Sie als "großer gelben Fleck" bekannt. (250 Punkte) 0 - 10 Punkte: Falscher Alarm. 10 - 50 Punkte: Sie haben fast Ihr Wohlfühlgewicht. 50 - 200 Punkte: Tja, Sie sind schon ein bißchen füllig. Mehr als 200 Punkte: Uiuiui. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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Ruf uns an, wir senken die Zinsen: 0800-FED Wir von Onkel Greenspan`s Bailout Service kümmern uns um in Not geratene Unternehmen, gestrauchelte Startups, überschuldete Privathaushalte und rezessive Volkswirtschaften. Wir helfen Ihnen gerne. Typischerweise kommen unsere Kunden mit den folgenden Problemen: Sie sind Vorstand eines Neuen Markt Unternehmens. Ihr CFO hat bei den Kosten die eine oder andere Null am Ende vergessen. Sie würden aber gern Ihre Aktien noch zu einem vernünftigen Preis verscheppern, bevor Sie Insolvenz anmelden. Sie sind Gründer: Das Business Model Ihres Unternehmens funktioniert grundsätzlich nicht. 3 Mio. sind bereits verblasen. Jeden Morgen wacht bekanntlich ein irrer Venture-Capital-Geber auf. Ihr Unternehmen hat aber immer größere Probleme, diesen Irren zu finden und von einem Investment zu überzeugen. Sie haben als Privatanleger letzten März Ihr Haus versetzt, um die ganz große Kohle an der Börse zu machen. Sie würden gerne wenigstens Ihr Auto und Ihre Frau behalten. Das macht alles nichts. Für solche Fälle gibt es doch uns: Onkel Greenspan`s Bailout Service. Rufen Sie uns unverbindlich an, wir haben eine ganze Palette von Maßnahmen, mit denen wir Ihnen helfen können: Bei leichten Fällen senken wir einfach den Diskontsatz um 25 Basispunkte ("Greenspan Light"). Bei ernsteren Problemen machen wir das mehrere Monate hintereinander ("Russian Remedy"). Wenn das alles nichts hilft, geht der Zinssatz für ein Jahr auf 0% ("The Japanese Way"). In absolut aussichtslosen Fällen drucken wir Ihnen auch frisches Geld. 0800-FED: Wir holen Sie raus. Alle guten Geschichten --- Mario für einen Kindergeburtstag buchen |
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